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Kaiserkanzel – Rödelstein – Osterbrünnel – Wachtfels Wandervorschlag von Walter Eitelmann
Wegstrecke: Annweiler – Galgenberghang – Kaiserkanzel – Rödelstein – Rothenberg –
Osterbrunnen - Wachtfelsen – Wernersberg – Annweiler Ausgangsort: Annweiler – Altenstraße (Sackgasse). Parken möglich. Wanderkarte: Annweiler am Trifels und Umgebung 1:25000
Weglänge: ca. 14 Kilometer – mit zusammen 140 Meter Steigungen. Wanderzeit: Reine Gehzeit 2-3 Stunden Einkehrmöglichkeit: In Wernersberg und Annweiler
Wer Annweiler noch nicht kennt, sollte vor oder nach der Wanderung einen Rundgang durch die Altstadt machen.
Mittelpunkt ist der Rathausplatz. Im Rathaus, im Hohenstaufensaal und in der katholischen Kirche sind die schönen Fresken aus der Geschichte der Stadt zu besichtigen. Werke des Pfälzer Malers Adolf Kessler. Auch
die blumengeschmücke Wassergasse entlang der Queich mit einem Wasserrad, Fachwerkbauten und in der Nähe das Heimatmuseum sollten durchbummelt werden. Zur Wanderung ab Annweiler-West folgen wir dem von der
Altstraße abgehenden Rundwanderweg mit der grünen Wegzeichenscheibe Nr. 1, der uns zunächst unter der Straßenüberführung der B 48 hindurch führt. Nun geht es auf einem Feld-Wald-Wiesen-Weg am Fuß des
Galgenberges entlang. Die jetzt noch mitlaufenden beiden Farbstriche der PWV-Markierung zweigen später nach rechts ab. Auf unserer Wanderung haben wir nun schöne Fernblicke über Wiesen und Felder hinab in das
Queichtal. Dort wird zur Zeit kräftig an der Umgehungsstraße mit ihren Tunnels gebaut. Diessseits der Queich, wo ein großer Elektromast steht, verläuft die Ostgrenze der Schenkung der Wiligarta von 828. Nach den
von Heimatforscher Otto Gödel gefundenen Urkund befand sich dort das heute verschwundene fränkische Dorf Huorunhusun = Moorhausen. Nur ein kleiner Brunnen zwischen zwei vermoosten alten Grenzsteinen am Talweg
erinnert noch an diese alte Ansiedlung. Weiter westlich sieht man am Fuß des Buchholzfelsens den Annweiler Ortsteil Sarnstall. Nun biegt unser Weg links in das Tal ein und etwa 500 Meter nach der großen
Talschlußkurve müssen wir sorgfältig nach dem kleinen mit unserer Leitnummer 1 bezeichnet Zickzackpfad suchen, der nach links abzweigt. Er bringt uns zur Kaiserkanzel, einer Sitzgruppe – leider zugewachsen
– wo der Kaiser Rotbart einst öfters verweilt haben soll. Kurze Zeit später stehen wir vor dem Rödelstein, einem gewaltigen Buntsandsteinfelsen. Der große Fels ist etwa in seiner Mitte von einem Felsspalt
durchbrochen, im Volksmund Schrottel genannt, durch den die Grenze verläuft. Nach Durchquerung des engen Durchbruchs finden wir an der Felswand noch die Grenzzeichen A-Annweiler und W-Wernersberg. Die getrennte
Jahreszahl 1777 – 17 77 – rechts und links vom Spalt. Zurück zu unserem Pfad und immer weiter aufwärts bis er am Paß zwischen dem Rödelstein und dem darüber liegenden Felsen zusammen mit seiner
Ziffer 1 nach unten abbiegt. Wir verlassen nun den Rundwanderweg und steigen ab dem Paß ohne Wegzeichen links an dem oberen Felsen auf dem kleinen Trampfelpfad weiter hoch. Nach kurzem Anstieg oben auf dem
Rothenberg-Kamm angekommen, entschädig uns die herrliche Aussicht nach beiden Seiten und bietet Gelegenheit für eine kurze Ruhepause. Weiter geht es dann vorbei an dem Grenzstein Nr. 91 auf dem
Grenztrampfelpfad bis zu dem Waldfahrweg am Grenzstein Nr. 93. Dieser unmarkierte Waldweg führt leicht abwärts bis zu einem links abbiegenden Pfad mit der Südpfalzroute Nr. 33, der uns zum Osterbrünnel führt.
Wie auf dem umseitigen Bild erkennbar, ist er wohl der Ursprung aller Pfälzer, wie es eine unter dem Relief des Storches erkennbare Inschrift bezeugt: „Es ist eine alte Mär, von hier kommen die kleinen Kinder
her“. Rings um das Wasserbecken kann man unten die jungen Pfälzer Krischer sehen, die jubelnd ihre ersten Pfalzlaute ausstoßend sich freuen, weil sie in der Pfalz geboren sind. Nach kurzer Rast in der
Schutzhütte folgen wir der Scheibe 33 weiter, bis sie nach links abbiegt Dort am Wegweiser zweigt unser Weg nun ab und führt uns vorbei an einer Sitzgruppe leicht abwärts in kurzer Zeit zum Wachtfelsen. Von der
geländerlosen Felskanzel hat man einen herrlichen Ausblick in den Wasgau. Nach einem schmalen steinigen Abstieg kommen wir zu unserer wohlverdienten Einkehr in Wernersberg. Der letzte Teil der Rundwanderung mit
der Markierung grün-blau ist bequem und am Schluß bringt uns ein beschilderter Pfad zurück nach Annweiler zu unserem Ausgangspunkt.
Copyright: Gräberverlag Edenkoben
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