Dackenheim (ca 330 Einwohner) Deutsche Weinstrasse

Die Weinlage "Liebesbrunnen" hat einen hervorragenden Ruf, wen stört es da das Dackenheim zu den kleinsten Orten des Landkreises Bad Dürkheim zählt.
Aus fünf Klosterhöfen entstand der heutige Ort: Mönchhof, Herrenhof, Sattelhof, Kameralhof und Höllenhof wuchsen bis 1160 zu einem Dorf zusammen. Die erste Erwähnung war 768, auch 773 und 774 sind Besitztümer des Klosters Weißenburg in "Dagastisheim" beurkundet. Für 872 ist eine Schenkung an das Kloster Münsterdreisen überliefert. Nach 1120 kam ein Hof als Stiftungsgut zum Kloster Höningen, das bald darauf eine Kirche erbauen ließ, deren Patronatsrechte es ab 1147 innehatte. Ortsadelige sind erstmals 1256 bezeugt, Ortsherren waren die Grafen von Leiningen-Dagsburg und die Grafen von Nassau. Bis 1485 hatten allerdings die Pfalzgrafen beide Teile aufgekauft. Sie führten auch 1556 die Reformation ein. Im 16. Jahrhundert schien es in Dackenheim überhaupt wirtschaftlich gut zu gehen, davon zeugen zahlreiche prächtige Häuser und Tore mit eingehauenen Jahreszahlen.
Besonderen kunstgeschichtlichen Reiz besitzt die katholische Pfarrkirche mit ihrem verblüffend mächtigen Baukörper, deren massiger Quaderturm das Dackenheimer Dorfbild prägt. Das in der Epoche der Salier, dem 12. Jahrhundert, erbaute Gotteshaus gehörte einst zum Kloster Höningen. Aus romanischer Zeit stammen noch der dreigeschossige Chorturm, den ursprünglich ein Satteldach krönte, sowie die Apsis an der Ostseite. Kennern gilt die Kirche als eines der schönsten Denkmäler, die von der Kunst der mittelalterlichen Wormser Bauhütte zeugen.
Abseits von den großen Straßen hat Dackenheim sich in den Weingärten eingerichtet. Der kleine Ort mit verwinkelten Gassen, romantischen Höfen und alten Mauern lädt zum Verweilen ein. Sportfreunde genießen die ruhige, sonnige Golfanlage mit ihrem Rebenaroma.