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Von Schönau zum Wasigenstein, dem sagenumwobenen Schauplatz des Walthariliedes Wandervorschlag von Walter Eitelmann
Wegstrecke: Schönau-Wengelsbach Hals-Ruine Blumenstein-Maimont-Wasigenstein-Wengelsbach-Schönau
Ausgangsort: Parkplatz bei Schönau am Anfang Wengelsbachtal Wanderkarte: Dahn und Umgebung mit elsässischem Grenzgebiet, 1:25 000, 5. Auflage 1990 Buch: Rittersteine im Pfälzerwald-Eine steinerne
Geschichtsschreibung-Zur Erklärung der Rittersteine, Wetzrillen, Kugeln usw. Weglänge: ca. 15 Kilometer – mit zusammen 350 Meter Steigungen Wanderzeit: 4-5 Stunden
Einkehrmöglichkeiten: Gaststätten: Wengelsbach und Schönau Rucksackverpflegung: Maimont und Wasigenstein
Heute machen wir eine grenzüberschreitende Wanderung nach Frankreich über erlaubte Grenzübergangsstellen für Wanderer. Ausweise
mitführen! Von Schönau, dem Parkplatz am Anfang des stillen Wengelsbachtales, wandern wir mit dem Wegzeichen blau/weißer Strich zunächst an den vielen Fischweihern vorbei talaufwärts am Dachsberhang entlang hoch
zum Wengelsbacher Hals oder auch Blumensteiner Hals genannt. Nun führt uns der Weg mit dem blau/weißen und rot-gelben Strich in wenigen Minuten zur Ruine Blumenstein. Es lohnt sich, die Burg mit ihren 94 in den
Fels geschlagenen Treppenstufen und den vielen Wetzrillen in der Felswand vor dem oberen Eingang zu besuchen. Erklärung der Wetzrillen siehe Rittersteinbuch Seite 183. Die Ganerbenburg gehörte zu drei
Vierteln den Rittern von Dahn. Aber die Kelten, die Römer, die Germanen und im 2. Weltkrieg die deutschen Soldaten trieb es damals noch viel höher den Berg hinauf, zum 512 m hohen Maimont. Man erreicht in mit
der Markierung rot-gelber Strich, die zunächst auf einem Weg, dann links ab auf einem langgezogenen Pfad bergan führt Fast auf der Höhe zweigt ein kleiner Pfad scharf nach rechts zum Friedenskreuz ab. Es wurde
auf deutscher Seite des Grenzberges zum Gedenken an die Kriegsopfer und als Mahnung zum Frieden errichtet. Von dem über zehn Eisenleitersporssen besteigbaren Felsen haben wir einen großartigen Ausblick nach
Norden. Mit rot-gelb jenseits des Kreuzes auf der Höhe eben weiter, einen Trampelpfad entlang, vorbei an Sandsteinfelsen mit Kugelbildungen und Schüsseln, erreichen wir bald die Landesgrenze von 1826 mit
Grenzsteinen und Loogfelsen. Erläuterung im Rittersteinbuch: zu Kugeln und Kessel siehe Seite 203, zu Loogfelsen und Grenzen siehe Seite 69, 173 und 200, zu Ringwälle Seite 161, 202 und 210. Dann kommen wir
an den äußeren der zwei vorgeschichtlichen Maimont-Ringwälle, den wir überqueren. Auf dem höchsten Punkt des weitgestreckten Berges, ein paar Schritte an der Begrüßungstafel des befreundeten Vogesenclubs
vorbei, schon jenseits der Landesgrenze, finden wir in einem flachen Fels die mittendruch geborstene, durch Verwitterung entstandene "Opferschale”. Von hier aus vertrauen wir uns der Markierung
rot-weiß-roter Strich des Vogesenclubs an, kommen durch den zweiten Ringwal dann allmählich abwärts an einen Bergsattel mit Blick zurück in das Wengelsbachtal. Nach wenigen Minuten Pfad bergab erreichen wir die
romantisch gelegene Burgruine Wasigenstein. Auf einem Doppelfelsklotz, der durch eine tiefe Schlucht getrennt ist, stehen die Burgen Groß- und Klein-Wasigenstein. Die tiefe Spalte zwischen den beiden Burgen
soll der Schauplatz der im Waltharilied beschriebenen furchtbaren Kämpfe sein. Hier ruhte Walther von Aquitanien auf seiner Flucht in die Heimat mit seiner gelieben Hildegund aus, also sich die Burgunder unter
ihrem König Gunther näherten. Walther stellte sich in dem Felsentor zum Einzelkampf. Dabei tötete er nacheinander 11 Kampfgenossen Gunther. Dem König Gunther wurde ein Schenkel weggehauen, dem grimmen Hagen ein
Auge ausgehauen und dem Walther seine rechte Hand abgehauen. Hildegund wusch die Wunden mit Rotwein aus und stiftete Frieden. Nachdem der Brunderbund geschlossen war, zogen Walther und Hildegund nach Aquitanien,
heirateten dort und verlebten als König und Königin viele glückliche Jahre. Der Wasigenstein ist eine Burg des 12. Jahrhunderts, der Herren von Wasigenstein, Hohenburg und Fleckenstein. Sie wurde im
Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt und 1680 von Montclar vollends zerstört. Zum Rückweg nehmen wir den vom Burgwassergraben nach Süden bergauf mit Wegzeichen roter Strich führender Pfad bis zu der
Landstraße am Klingelfelsen. Zu dem verträumten Ort Wengelsbach bringt uns ein Waldweg mit dem roten Kreuz nun sehr schnell. Im urigen Restaurant du Wasigenstein können wir eine kleine Rast mit einem Glas
Rotwein einlegen. Dienstag Ruhetag. So gestärkt folgen wir entweder dem roten Kreuz weiter bis hinauf zum Wengelsbacher Hals und von dort mit dem blau/weißen Strich hinunter nach Schönau. Oder wir gehen den
nicht markierten Fahrweg eben durch das Wengelsbachtal zurück nach Schönau.
Rund um den Maimont Wandervorschlag von Werner F. Dexheimer
Naturpark-Parkplatz “An der Schanze”-Ruine Blumenstein-Florenberger Hals-Kindelsweiher-Ruine Wasigenstein-Keltischer
Ringwall mit Opferschale-Wengelsbacher Hals-Parkplatz Streckenlänge: ca. 8,5 km Höhenunterschied: ca. 250 m Markierung: Naturweg-Rundwegemarkierung Nr. 3 (schwarze Ziffer 3 in orangenem Kreis) Karte:
1:25000 des Landesvermessungsamtes Rheinland-Pfalz mit Wanderwegen, Blatt: Dahn und Umgebung mit elsässischem Grenzgebiet, Einkehrmöglichkeiten: Landhaus Michler und Landgasthaus Schumacher in Schönau oder
Restaurant du Wasigenstein in Wengelsbach im Elsaß
Der Naturpark-Parkplatz “An der Schanze” , 2 km westlich von Schönau, an der Kreisstraße nach Petersbächel gelegen, ist
der Ausgangspunkt der nachfolgend beschriebenen Wanderung. Wir orientieren uns an der dort befindlichen Wandertafel und nehmen die Wanderung, geführt zum Rundweg Nr. 3, auf. Die Gestaltung des
Markierungsschildes zeigt uns, daß es sich um eine grenzüberschreitende Wanderung handelt, die in Kooperation zwischen den benachbarten Naturparken Pfälzerwald und Nordvogesen sowie dem Pfälzerwald-Verein und
dem Club Vosgien (Vogesenclub) entstanden ist. Die im Naturpark Pfälzerwald gebräuchliche Rundwegmarkierung mit schwarzen Ziffern wurde mit einem farbigen (im vorliegenden Fall orange) kombiniert, der in den
Vogesen die übliche Markierung für Rundweg darstellt. Daneben sind die beiden Signets der Naturparks abgebildet. Ein breiter, geschotterter Waldweg führt uns bergan zu unserem ersten Zwischenziel, der Ruine
Blumentstein, die sich trutzig auf einem Felsklotz über die Wasgaulandschaft erhebt. Erbaut wurde sie um 1250 von den Grafen von Zweibrücken. Im dreizehnten Jahrhundert, so ist belegt, war sie im Mitbesitz derer
von Fleckenstein und Dahn. Wie so viele pfälzische Burgen wurde auch sie 1525 im Bauernkrieg zerstört, später um 1600 wieder aufgebaut und um 1689 von den Franzosen schwer verwüstet. Um 1700 wurde sie notdürftig
wieder aufgebaut und später dann dem Verfall überlassen. Heute sind noch zwei in Fels gehauene Zisternen sowie die mächtige aus Buckelquadern erbaute Schildmauer erhalten. Nachdem wir den Ausblick lange genug
genossen haben, setzen wir unseren Weg fort, der uns ohne nennenswerte Steigungen, mit zum Teil herrlichen Ausblicken in die umgebende Gebirgslandschaft des Wasgaus, durch die Waldungen des Maimonts führt. Nach
etwa 1,3 km erreichen wir am Florenberger Hals in einer Höhe über NN von 350 m erstmalig die Landesgrenze zu Frankreich. Wir überschreiten sie hier jedoch noch nicht, sondern folgen dem ins Tal hinunterführenden
Waldweg, der wie die gesamte Wegstrecke mit der eingangs erwähnten Markierung Nr. 3 gekennzeichnet ist. Nach wenigen Meter in Höhe einer idyllisch gelegenen Jagdhütte mit Brunnen, fällt uns zu unserer Linken
eine imposante Ruine ins Auge, die sich deutlich aus der umgebenden Waldlandschaft abhebt. Es ist der sagenumwobene Wasigenstein, unser nächstes Etappenziel. Bis dahin haben wir allerdings noch eine längere
Wegstrecke vor uns. Im Talgrund erreichen wir wiederum die Landesgrenze, die wir jetzt überschreiten, um gleich danach in einen Wiesengrund zu gelangen dessen hier entspringender Bach schon nach wenigen Metern
dazu benutzt wird, Weiher zu speisen. Der größte von Ihnen ist der sogenannte Kindelsweiher. Wir passieren ihn und wandern auf dem Talweg weiter, das zugewachsene Tal des Langenbachs hinunter, bis wir nach nicht
ganz einem Kilometer an einen den Bach und das Tal kreuzenden Wanderpfad gelanten. Hier wenden wir uns nach links und folgen dem, den Berg hinaufführenden, markierten Weg, der uns, nach steilerem Aufstieg
plätzlich und unverhoffe nach etwa einem weiteren Kilometer in eine Kluft zwischen zwei Felstürmen bringen, auf denen sich möchtig die Reste des Wasigensteins erheben. Auf der ehemaligen Bitscher Grenzmark
stehend gehen seine Ursprünge auf das 12. Jahrhundert zurück, wo er als Ganerbenschloß erbaut wurde. Bekannter, als durch seine wechselnd Geschichte, ist er durch das Niebelungenlied, nach dem Walther, der junge
gotische Königssohn, hier gegen Gunther von Worms, Hagen von Tronje und die Burgunder kämpfte. Mit dem festen Vorsatz, das nur noch bruchstückhaft vorhandene Wissen bei nächster Gelegenheit wieder aufzufrischen,
wenden wir uns nach besinnlicherRast dem Rückweg zu. Dieser erfolgt über einen Wanderpfad bis zum sobezeichneten “Col du Maimont” und von dort weiter, vorbei am und durch den keltischen Ringwall, zum
Gipfel des Maimonts. Durch Grabungen und entsprechende Funde ist bewiesen, daß sowohl Römer wie Kelten diesen Berg besiedelt und genutzt haben. Eine auf dem Gipfel des Berges sich befindliche Felsenschale wird
heute noch im Volksmund als Opferschale bezeichnet. Auch in der deutsch-französischen jüngeren Geschichte hat dieser Berg traurige Bedeutung, haben hier 1940 doch schwere, für beide Seiten verlustreiche Kämpfe
stattgefunden. Ein auf einem Felsvorsprung im Norden erichtetes Friedenskreuz ist heute stilles Mahnmal dafür. Nachdenklich ob der Geschichtsträchtigkeit dieses Ortes, wandern wir auf schmalem, zum Teil
kurvenreichen Pfad durch die schattigen Waldungen, erreichen nach steilem Abstieg den sogenannten Wengelsbacher Hals und vorbei an mehreren Weihern im Tal, nach etwa 2,5 km unseren Ausgangspunkt, den Parkplatz
“An der Schanze”. Nach dieser eindrucksvollen Wanderung bieten sich die oben genannten Gaststätten in Schönau oder im benachbarten Wengelsbach zur Einkehr und zum Tagesausklang an. Copyright Gräber Verlag Edenkoben
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