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Villa Rustica -nord-östlich von Wachenheim- Als "villa rustica" bezeichnen die Historiker eine Art großer
Bauernhof aus römischer Zeit. Die Grundmauern wurden 1980 zufällig während der Flurbereinigung der Weinberge entdeckt. Über zehn Jahre gruben die Archäologen, nach und nach wurden die Gebäudereste restauriert. Rund 15000
Quadratmeter Weinbergsfläche mußten zuvor aus der Zuteilung für die Winzer herausgekauft werden, das Areal wurde als Denkmalzone unter Schutz gestellt; bei landwirtschaftlicher Nutzung wären die Gebäudereste völlig zerstört
worden. Land Rheinland-Pfalz, Landkreis Bad Dürkheim, Verbandsgemeinde und Stadt Wachenheim sowie auch Winzer wandten erhebliche Mittel zum Schutz dieser ersten oberirdisch sichtbaren römischen Anlage auf, die damals in
der Pfalz einmalig war. Fast eine Million kosteten Erwerb der Fläche und Restaurierung. Mit der Restaurierung wurde dieser römische Gutshof mit Herrenhaus und Nebengebäuden zum Freilichtmuseum. Stadt und Verbandsgemeinde
Wachenheim engagieren sich bei den Folgekosten. Die Anfänge des römischen Gutes liegen um das Jahr 20 n. Chr.. Einzelne Spuren von Holzbauten gehören in diese Gründungsphase. der steinerne Ausbau erfolgte im 3.
Jahrhundert und bestand bis ins frühe 5. Jahrhundert. Der Hof wurde damals offensichtlich durch einen Brand zerstört, war dennoch bis weit im 5. Jahrhundert zumindest in primitiver Form bewohnt. Ein kleines Gräberfeld wurde
im Bereich des Speicherhauses festgestellt. Beherrschend in dieser Anlage von 15000qm ist das Herrenhaus (Länge: 65m), an einem leichten Südhang gelegen.. Es hat die Form einer U-förmigen Portikusvilla (ähnlich im
Grundriß wie die Römerkelter in Ungstein). Der noch nicht vollständig ausgegrabenen Hauptteil umfaßt westlich eine Halle und zwei Seitenräume im Osten mit einem rückwärtigen Korridor. Die Westseite nimmt ein Keller (12 X4 m
) mit sechs Fensternischen und neun Rundbogennischen ein. Im Anschluß daran befindet sich der Badetrakt, der ursprünglich vom Haupthaus aus und später nach Abmauerung des Kellers von Süden aus beheizt wurde. Nach der
Wärmeleitung zu schließen, ergibt sich die Folge vom Warmbad über ein Lauwarmbad zum Kaltbad. Das Abwasser wurde über eine steinerne Rinne abgeleitet. Die restaurierte Anlage zeigt die ältere Bauphase. Im Ostflügel ist ein
weiteres Bad eingebaut, das - so die Historiker - wohl vom Gesinde benutzt wurde. Außerdem wurde südlich an diesem Flügel ein Anbau mit Fußbodenheizung errichtet. Die Mauerzüge sind mit Platten markiert. Der
Wirtschaftsbau diente wohl als Remise und Stall. Der Bau konnte durch ein Tor betreten werden. Im Norden daran anschließend ist eine Gesindewohnung zu finden, die ebenfalls mit Fußbodenheizung ausgestattet war. Der
Speicherbau steht über einer älteren Ofenanlage und einer Getreidedarre. Ein weiteres ehemaliges Gebäude liegt noch im Rebgelände. Mit Platten sind Hofmauer mit Anbauten und eine Tenne markiert. Unterhalb des
Aussichtshügels, liegt ein quadratischer Ofen. Im Gelände mit Markierungen angezeigt sind ein Brunnen, ein Kalkbrennofen und die Überreste von zwei Maischebecken, in denen Trauben mit den Füßen zerquetscht wurden. Diese
weisen darauf hin, daß schon vor 2000 Jahren in Wachenheim Weinanbau betrieben wurde.
Das Gelände ist jederzeit für Besucher zugänglich (auf eigene Gefahr)
Führungen nach frühzeitiger Anmeldung unter Tel: 06322-958032
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