Barrique-Wein

Ein Barrique ist ein Eichenfass, welches zum Ausbau von Rot- oder Weißwein benutzt wird.
Es wird zur Lagerung des Weins eingesetzt um dessen Aroma mit Holz-Komponenten wie Vanillin abzurunden. Ein neueres Fass bedeutet einen größeren Einfluss auf den Geschmack des Weines.

Desweiteren spielt auch der minimale Luftaustausch bei der Lagerung des Weins in einem Barrique eine wichtige Rolle. Der Wein erhält so eine oxidative Reife. Hauptsächlich wird die Barrique-Lagerung bei Rotweinen angewendet, ist aber durchgängig bei roten und weißen – trockenen und edelsüßen – Weinen aus den Anbaugebieten Bordeaux und Burgund zu finden. Die Lagerung im Eichenholzfass macht nicht unbedingt jeden Wein besser. Kräftigere Sorten wie Cabernet-Sauvignon oder Chardonnay sind bestens geeignet, einen zarten Riesling allerdings würde die Barrique-Lagerung erdrücken.

Die Herstellung eines guten Barrique-Weins erfordert viel Erfahrung, Wissen und Sorgfalt. Die Qualität des Weines ist ebenso entscheidend wie die Qualität des Fasses. Wichtig ist der Röstgrad, also die Stärke der Erhitzung mit der die Dauben (Holzplanken) in die gewölbte Fassform gezwungen werden. Jedes Fass gibt dem Wein ein individuelles Aroma, allerdings verlieren die Barriques ihre Aromakraft von Anwendung zu Anwendung und müssen regelmäßig durch neue Fässer ersetzt werden. Ob nun neue Fässer eingesetzt werden oder eine Zweit- oder Drittbelegung gemacht wird entscheidet der Kellermeister, nur er weiss wie viel Holzeinsatz sein Wein vertragen kann.
Rotweine werden nur zur Reifung im Holzfass gelagert, Weißwein hingegen gärt auch im Barriquefass. Hierfür verwendet der Kellermeister in aller Regel kein neues Barrique, weil der Geschmack dann zu intensiv wäre.
Es ist ein Irrglaube das jeder Wein, der nach Holz schmeckt teuer verkauft werden kann, denn ein zu vordergründiger intensiver Holzgeschmack gilt als Mangel.


Barriquewein ohne Holzfässer !?!


Aus Kostengründen werden im internationalen Weinbau seit einiger Zeit neue Methoden entwickelt um dem Wein den Holzgeschmack ohne die aufwendige Holzfasslagerung zu liefern. Eine Methode sind die so genannten Chips – Eichenspäne – die dem Wein zugesetzt werden oder aber das Barriquearoma wird künstl. hergestellt und dem Wein in flüssiger oder pulverförmig zugesetzt.

Bei den Eichenholz-Chips gibt es verschiedene Anwendungsmöglichkeiten. Entweder werden an den Innenwänden der Stahl- oder Betontanks Eichenholzbretter angebracht, oder man hängt bei kleineren Einheiten ein Säckchen mit Holzstückchen in den Wein.

Der Geschmack wird geprägt durch die Tannine und den Eichengeschmack. Einen Geschmacksunterschied, ob der Wein nun im Barriquefass oder zur Zugabe von Chips aromatisiert wurde lässt sich nur schwer feststellen. Selbst Fachleute erkennen Chips aromatisierte Weine nicht immer auf Anhieb.

Bis Oktober 2006 waren diese Methoden in der EU verboten. Allerdings dürfen seit Inkrafttreten des Weinhandelsabkommens zum Januar 2006 diese Weine hier gehandelt werden. Seit Oktober 2006 also sind Eichenholzchips auch bei der Weinherstellung in der EU erlaubt, der Zusatz künstlicher Aromen allerdings bleibt weiterhin verboten. Ein mit Eichenholzchips hergestellter Barriquewein unterliegt nicht der Deklarationspflicht, darf aber im Gegensatz zu den traditionell im Barrique gelagerten Weinen nicht mit dem Zusatz „im Barrique-Fass vergoren“´, „im Barrique-Fass ausgebaut“ oder „im Barrique-Fass gereift“ gekennzeichnet werden.

 

Barrique Wein