Weinsorten

Und hier noch etwas über die Weinsorten der Pfalz !

Die Pfalz ist das größte geschlossene Weinanbaugebiet Deutschlands. Zugelassen sind hier 38 weiße Rebsorten, allen voran der Riesling und 16 Rote, der immer mehr auf dem Vormarsch ist.

Wir möchten Ihne hier die bekannsten Rebsorten vorstellen die immerhin zwei drittel der Rebfläche einnehmen.

Der Riesling
Die weiße Rebsorte zählt zu den besten der Welt. Die Sorte stammt vermutlich direkt von einer Wildrebe im Rheintal ab, wobei auch die Winzer der österreichischen Wachau den Ursprung für sich reklamieren, weil es einen im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnten Weingarten beim Ort Weißenkirchen mit dem Namen “Ritzling” gibt. Vom Rheingau aus wurde der Riesling im 11. und 12. Jahrhundert in ganz Deutschland verbreitet, konnte sich aber erst im 17. und 18. Jahrhundert als Spitzensorte endgültig durchsetzen. Riesling wird auf der ganzen Welt angebaut, aber mengenmäßig spielt er nur in Deutschland, Österreich und im Elsass eine bedeutende Rolle. Rund 22% aller deutschen Weinberge sind mit Riesling bepflanzt. Was ihn auszeichnet, ist der harmonische Gleichklang von Säure, Körper und Extrakt. Die Farbe ist grünlich-gelb und wandelt sich mit dem Alter zu einem schimmrigen Goldton, es entsteht ein dezentes Mandelaroma. Dieses wird von Liebhabern sehr geschätzt und als ”edler Firn” bezeichnet. Der Riesling hat eine extreme Langlebigkeit, Prädikatsweine halten 20 bis 30 Jahre und auch länger.Ein besonderer Genuss sind die Riesling- Weine zu leichten und etwas kräftigeren Speisen, Salaten und auch zu Fisch.
Der Müller-Thurgau oder Rivaner
ist die zweithäufigste Sorte nach dem Riesling, deren trocken-moderne Variante unter dem Namen Rivaner in den letzten Jahren immer mehr Freunde gewinnt. Den Namen hat diese Sorte von (Professor Müller aus dem Thurgau in der Schweiz). Er stammt ab vom Riesling und, wie jüngste Forschungen ergaben, Madeleine Royale) .Sein Aroma wird mit zarten Muskat- und Walnusstönen beschrieben und passt mit seiner milden Säure bestens zu leichten Speisen wie Fisch. Er sollte jung getrunken werden.
In der Pfalz bedeckt er ca 4741 ha Rebfläche.
Kerner
Eine wertvolle Neuzüchtung (1929) die dem Riesling starke Konkurenz macht. Die Kreuzung aus Trollinger und Riesling bringt bei mittleren Erträgen eine hervorragende Qualität bei hohen Mostgewichten. Diese weiße, früh reifende Rebsorte ist eine Neuzüchtung, die im Jahre 1929 an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt in Weinsberg/Württemberg aus Trollinger x Riesling gekreuzt und 1969 zum Qualitätsweinanbau zugelassen wurde. Die Namensgebung erfolgte nach dem schwäbischen Arzt, Heimatdichter und Weinfreund Justinus Kerner (1786–1862). Die Rebsorte liefert bei mittleren Erträgen eine hervorragende Qualität mit hohen Mostgewichten. Er wird in der Pfalz mit über 10% Flächenanteil angebaut. Die rieslingartigen, frischen und säurebetonten Weine haben ein ausgeprägtes Aroma.Halbtrocken bis lieblich ausgebaut ist dieser Wein nicht nur ein süffiger Begleiter für gesellige Runden, sondern bietet sich auch gut gekühlt zu hellen Fleischgerichten und zu Nachspeisen an.
Grüner Silvaner
Österreicher, Franken, Grüner Zierfandl (Österreich), Gentil vert (Frankreich), Johannisberger (Schweiz), Silvanai Zeleni (Slovenien), Zold Szilvani (Ungarn). Früher weit verbreitete weiße, alte Rebsorte für neutralen Wein.
Er kommt in der Pfalz mit ca. 1562 ha vor und nach Ansicht verschiedener Weinhistoriker aus Wildreben der Donau ausgelesen. Transsylvanien wegenWinterfrostempfindlichkeit unwahrscheinlich. Namensableitung möglich. Nach genanalytischen Untersuchungen durch Regner/Klosterneuburg ist er eine Kreuzung zwischen Traminer und Österreichisch Weiß. 1665 von Abt Alberich Degen in die Zisterzienser-Abtei Ebrach, Steigerwald eingeführt. Kam möglicherweise über den Bischof von Speyer in die Pfalz, da die in dessen damaligem Herrschaftsgebiet lebenden katholischen Winzer die Sorte als Franken bezeichneten. Die evangelischen Winzer der leiningischen und kurpfälzischen Gebiete nennen ihn Österreicher. Vor und nach 1800 verdrängte die Sorte die alten minderwertigen Sorten wieHeunisch undHarthengst aus dem gemischten Satz. Vorwiegend neutrale, fruchtige Kneipp Weine. Bei Ertragsbegrenzung in guten Jahrgängen und Lagen kräftige, "den Mund tapezierende“ Weine, die zu Fisch und hellem Fleisch passen. Edelsüße Auslesen sind als Aperitif oder zum Nachtisch zu empfehlen.
Scheurebe:
Die nach ihrem Züchter benannte Rebsorte der Kreuzung Silvaner x Riesling bringt ausdrucksvolle Weine mit edlem Bukett und fruchtiger Säure. Bei hoher Reife werden ganz hervorragende Prädikatsweine erzeugt.
In der Pfalz ca 1043 ha Rebfläche. Das Bukett erinnert an Schwarze Johannisbeeren sonst Riesling-Typ, kernig; trocken zu kräftigen Fleischspeisen; edelsüß als Aperitif oder zum Dessert.
Gewürztraminer:
Er zählt mit dem Riesling zu den edelsten Weinen der Welt. Die fruchtige Fülle und sein an Rosenduft erinnerndes Bukett begeistert jeden Kenner.
Weißer Burgunder:
Pinot blanc, Pinot Chardonnay, Blanc de Champagne, Auvernat Franco, Pinot Bianco, P. Grigio (It.), Feherburgundi (Ungarn), Rulandsky bile, Roci Bile (Tschechien). Grüntraubige Rebsorte der Burgunderfamilie für reife, feinfruchtige Weine. Im Weinberg häufig mit Chardonnay oder Auxerrois vermischt.
In der Pfalz bedeckt er ca.(542 ha) Rebfläche. Er ist ein alte, weiße Mutation aus der Burgunderfamilie, pikant, an Äpfel erinnernd. Edelsüß als Aperitif oder zum Nachtisch; trocken zu Fisch und leichten bis kräftigen Fleischspeisen.
Grauer Burgunder oder Ruländer:
Grauer Burgunder, Pinot gris, Tokay d’Alsace, Malvoisie (Fr. Westschweiz), Pinot Grigio (It.), Szürkebarat (Ungarn), Burgunderrebe mit rotgrauen Trauben für markante Weißweine. Rebfläche in der Pfalz (454 ha).
Die grautraubige Mutation der Burgunderfamilie. Rückmutationen an Trieben, Trauben und Beeren zum Blauen Spätburgunder oder Weißburgunder beweisen dies. 1375 von Karl IV. nach Ungarn verbracht. 1568 von Lazerus von Schwendi (1522-1583) vom Plattensee ins Elsaß und an den Kaiserstuhl verpflanzt. 1711 von Johann Seeger Ruland (1683-1745) im verwilderten Garten von Assessor Seuffert in der Streifergasse in Speyer gefunden und verbreitet. Klassifiziert in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien.Als Ruländer: körperreiche, volle, edelsüße DessertWeine für den Aperitif oder Nachtisch, als Grauer Burgunder oder Grauburgunder: markante, körperreiche, trockene Weine zum Braten oder bei höheren Qualitäten zu Wild passend.
Blauer Portugieser
Die Herkunft der roten Rebsorte ist ebenso unklar wie ihre Namensgebung. Von Österreich aus verbreitete sich die Rebe zunächst nach Ungarn und Slowenien und kam im Jahre 1840 nach Deutschland. In der Pfalz ist sie mit über 10% der Anbaufläche weit verbreitet. Der rubinrote Wein wird vorzugsweise in den ersten beiden Jahren jung getrunken. Er überzeugt durch ein zartes Bouquet und einen fruchtigen, milden und wenig gerbstoffhaltigen Geschmack. In guten Jahren können dichte, extraktreiche Weine mit pfeffriger Frucht erzeugt werden, die sogar alterungsfähig sind.In letzter Zeit genießen immer mehr Weinfreunde diesen Wein nicht als typischen Rotwein (16 – 18°C) zu kräftigeren Fleischgerichten, sondern im Sommer gekühlt zur leichten Erfrischung
Portugieser Weißherbst
Dieser Wein wird aus den gleichen Trauben wie der Portugieser Rotwein hergestellt. Lediglich eine andere Herstellungsmethode lässt daraus gänzlich andere Weine werden. Da die Trauben unmittelbar nach der Ernte ohne Standzeit der Maische gekeltert werden, bringen sie rosé-farbene, milde Weine ohne Gerbstoffe zu tageWeißherbst ist die in Deutschland gebräuchliche Bezeichnung für einen Rosé der Qualitäts-Klasse. Dieser kann aus verschiedenen roten Rebsorten wie z.B. Blauer Burgunder oder Blauer Portugieser hergestellt werden, muss aber sortenrein gekeltert sein. Unterschiedliche klimatische Einflüsse lassen den jeweiligen Jahrgängen Spielraum für leichte und spritzige Weine, die in Ihrer Art gekühlt zu nahezu allen Speisen munden
Dornfelder
Ursprünglich als Deckrotwein gedacht, machte der Wein Mitte der 80er plötzlich seine eigene Karriere. Er überzeugt seine Liebhaber nicht nur durch die dunkelrote, ins violett gehende Farbe, sondern vor allem durch den markanten, gehaltvollen Geschmack. Der Wein ist kräftig und tanninreich, das fruchtige Bouquet erinnert an Sauerkirschen.
August Herold (1902-1973) kreuzte die Sorte 1955 an der Staatl. Lehr- und Versuchsanstalt Weinsberg aus Helfensteiner (Frühburgunder x Trollinger) x Heroldrebe (Portugieser x Lemberger) . Der Name ist vom Weinbaufachmann Imanuel Dornfeld (1796-1869) aus Weinsberg abgeleitet.
Die nicht überall bekannte Rebsorte bedeckt in der Pfalz mittlerweile immerhin ca. 7% der Rebfläche.Ein besonderer Genuss ist dieser edle Wein zu kräftigem Braten, Wild und aromatischem Käse. Sie sollten die Flasche allerdings mindestens eine Stunde vor dem Servieren öffnen und bei ca. 16 – 18°C eingießen.
Huxelrebe
Die weiße Rebsorte ist eine Neuzüchtung aus Gutedel und Courtillier Musqué. Sie wurde an der Landesanstalt Alzey/Rheinland von Dr. Georg Scheu 1927 gezüchtet. Benannt wurde sie nach dem Winzer und Rebschulbesitzer Fritz Huxel, der sich beim Anbau und bei der Vermehrung besondere Dienste erworben hat.Die enorm ertragreiche Rebe ist vor allem in Deutschland in den Anbaugebieten Rheinhessen, Pfalz (ca. 3% der Anbaufläche) und Nahe verbreitet. Der rassige, säurebetonte Wein hat eine hell- bis goldgelbe Farbe und ein kräftiges Bouquet. Wegen großer Empfindlichkeit gegen Trockenheit, Kalk und Winterfrost lange umstritten, gewann er als Spezialsorte für hochwertige Weine Bedeutung.Der edelsüße Wein empfiehlt sich gut gekühlt bestens als Aperitif oder zum Nachtisch.
Blauer Spätburgunder:
Pinot noir, Pino nero, Pignol (It.), Burgundac Crni (Jug.), Rounci (Tschechien), Kisburgundi Kék (Ung.), Pinot Tinto (Port.). Das Prädikat "König der Rotweine“ bringt am ehesten die mit dem Riesling vergleichbare Bedeutung des Blauen Spätburgunders nach Alter, Verbreitung und Ruhm des Weines zum Ausdruck. Er ist die wichtigste Qualitäts-Rotweinsorte des gemäßigten Klimas davon in der Pfalz (816 ha)
Die den Wildreben Westeuropas nahe stehende Sorte kann bereits zur Zeit der Römer (Vitis allobrogica) ausgelesen und kultiviert worden sein. Karl der III. oder der Dicke (839-888) brachte ihn 884 von Burgund als "Clävner“ nach Bodman an den Bodensee. Vor 650 Jahren wurde er von den Mönchen des Klosters Eberbach als "Klebrot“ in den Rheingau geholt und die Ahr erreichte er nach Bronner ebenfalls aus Burgund. Seine alte Bezeichnung in Baden war Clevner (14. Jh.). Klassifiziert in Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweiz.
Der Wein ist tief rubinrot (Burgunderrot), manchmal von einem warmen Braunton durchstrahlt; fruchtige Säure, verbunden mit an Holzfaßlagerung erinnernde, für alle Burgunder Weine typische Note. Im Jungwein kann die Frucht an Brombeeren erinnern, im Alter gleicht sie mehr Nüssen mit einer zarten Bittre. Reife und Säure machen die Spätburgunder Weine lange haltbar. Sie passen zu kräftigen Braten, zu Wild oder Käse; fruchtige Weißherbste oder von Reife (Badisch Rotgold) oder von Frucht und Säure geprägte Rotlinge (SchillerWein) als Schoppen oder zu Vorspeisen, Terrinen, hellen Braten. Bemerkenswert sind die als Rotwein, Weißherbst oder weiß (blanc) erzeugten Schaumweine.