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Bissersheim
Blick auf Bissersheim Bissersheim Ortsmitte Wappen Bissersheim

Bissersheim (ca. 460 Einwohner)

Am Eckbach, knapp zwei Kilometer östlich von Kirchheim an der Weinstraße in Richtung Großkarlbach, liegt Bissersheim. Die Gemeinde wurde im Jahr 774 erstmals erwähnt als "Bizziricheshaim". Das Kloster Weißenburg im Unterelsaß erhielt hier Güter, 872 auch das Kloster Münsterdreisen (heute Dreisen im benachbarten Donnersbergkreis).

Auf 150 Hektar Rebfläche wird Wein gewonnen, vermutlich schon durch die Leininger Grafen (bis 1795 die Herren). Auch Ackerbau ist hier heimisch.

Eine im 13. Jahrhundert von den Leiningern erbaute Wasserburg besteht nicht mehr. Dr. Joseph Rüttger berichtet von ihrer bewegten Geschichte: 1391 trat die Gräfin von Sponheim, Markgräfin von Baden, die Burg an die Kurpfalz ab. 1460 wurde sie von Kurfürst Friedrich I. geschleift, an die Leininger zurückgegeben, wiederaufgebaut, 1467 an die Kurpfalz abgegeben, drei Jahre später zerstört und von Leiningen-Westerburg 1505 zurückgekauft. An ihrer Stelle erbauten die Leininger 1764 ein großes Jagdhaus mit Stallungen und Wirtschaftsgebäuden, das aber nur bis zum Ende des 18. Jahrhunderts stand.
Für die evangelische Kirche St. Blasius und St. Margaretha, die 1755 am Platz einer früheren Wehrkirche aus dem 13. Jahrhundert errichtet wurde, ist der ehemalige Chorturm (1350) erhalten und mitverwendet worden. Erster Patron der Kirche war das Kloster Höningen. Der spitze Turmhelm ist neueren Datums, die Kirche wurde 1949 bis 1955 gründlich restauriert.

Im Ort stehen bemerkenswerte Winzerhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Rund 200 Meter westlich des Dorfes steht noch die Haltmühle, erbaut 1739. Die Keller dieser viereckigen Hofanlage datieren aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert.